Die Brille für den ersten Blick

(Installation ab Frühjahr 2013)

Der perfekte Ort der Erkenntnis ist in der Gegenwart und im erwachenden Aha.
Zauberhaftes Erleben lässt sich hin und wieder mit Gedichten einfangen.

Einige der schönsten von diesen, in Jahren gesammelt, sind in einem Buch vertreten und in sechs Schritten dargestellt. Die Brillenschule exisitiert tatsächlich. Wer etwas versteht, versteht viel. Das gilt auch für alle in der Aktion ausgestellten Installationen mit ihren Gedichten. Die Präsentation der Schriftrollen mit originaler Brille an ausgewählten Standorten begann im Frühjahr 2013.

Mit der Brille gehen Objekte, Ideen und Gedanken in eine philosophische Richtung. Denken, Verstehen und Begreifen stellen sich in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. 
Jeder Moment, jedes kurze Gedicht will mit einer Art Frage an uns herantreten, die uns in eine ganz neue Gedankenwelt und Blickrichtung begleiten kann.

Die Kunstwerke sind den ganzen Sommer über zu sehen.
 


(Bestellung des Buchs - Link zum großen Anbieter)

   ...und dabei ist jede Brille eine eigene und ein Unikat ...

         


zum Schatzplan Lich

Historie der Exponate:

      

     

     

       
       




               



Anna bei der Kunstaktion

DIE BRILLE FÜR DEN ERSTEN BLICK  -  DIE BRILLENFRAU



bei Fluss mit Flair, Wieseck 2013


Die Gelegenheit für ein Interview mit der Brillenfrau ergab sich dank glücklicher Fügung.
Hier das Protokoll.

Frage: Frau Isdath, Sie sind mit ihrer Aktion „Brille für den ersten Blick“ seit Wochen in der Region aufgefallen. Jetzt noch diese Performance. War das alles so geplant?
Brillenfrau: Selbstverständlich.
Frage: Die meisten Leute heute sehen ja nichts mehr, sie huschen sich am eigentlichen Sehen vorbei, und kleben an Neigungen, Hypes, Trends, was auch immer.
Brillenfrau: Genau. Daher wurde ja das Buch auch geschrieben. Sehen, was es heißt zu sehen, das ist die Schnittstelle von Poesie und Philosophie, die wir aufzeigen wollen.
Frage: Und Ihr greifbares Ziel für dieses Jahr?
Brillenfrau: Wir sind in das Jahr gestartet mit der Prämisse, eine vierstellige Zahl von Menschen dazu zu bringen, über die Brille, und was es heißt, wahrzunehmen, nachzudenken.
Frage: Ein verrücktes, ehrgeiziges Projekt?
Brillenfrau:  Ein Projekt das Maßstäbe setzt. Es sind wirklich Zaubersprüche – wenn man weiß in welcher Betonung man sie zu sagen hat.
Frage: Ist das nun Kunst, Literatur oder Performance?
Brillenfrau: Es ist Philosophie. Verstehen verkleidet in eine ganz eigene Art von Bild – und ein solches, das einen mitnehmen kann. Man muss nur einen kleinen eigenen Tropfen von Neugier mitbringen, um ein Meer der Wunder zu erhalten. Der erste Blick ist der entscheidende, und es gilt zu verstehen, welche Brillen zur Verfügung stehen, und welches die eigenen sind. Da ist nichts Künstliches oder Warenhaftes – diese Philosophie erinnert an uralte Weisheiten: dass man schauen muss, und zwar unparteiisch und objektiv.
Frage: Descartes?
Brillenfrau: Eher Lao-tse und Eckhard. Und Sie und ich.
Frage: Ja, wenn Sie so sprechen hört es sich total einfach an. Doch es ist zu fürchten, das die meisten Leute vor einem Rätsel stehen, wenn sie diese Installation sehen.
Brillenfrau: Wer sagt ihnen denn, dass es keine Absicht sein kann, die Leute die Chance zu geben, die eigenen Hilflosigkeit wieder einmal zu spüren? Die Brillenschule ist durchaus strukturiert und pädagogisch durchdacht. Wie gesagt, ein Gramm Neugier und Forscherdrang muss schon mitgebracht werden. Dann kann man Neues lernen und profitieren.
Frage: Und wer nur eine Ihrer Installationen sieht, die Achseln zuckt und seiner Wege geht?
Brillenfrau: Ach wissen Sie, es gibt nichts, das vergeht. Jeder kleine Augenblick ist wertvoll und kann jemanden vielleicht noch nach Jahren erreichen und auf einen wertvollen Weg bringen. Der erste Blick ist die Eintrittskarte in die Wirklichkeit.
Frage: Der richtige Blick gerät zu oft in Vergessenheit. Sie versuchen, mit Wissenschaft und Poesie dagegen anzugehen. Danke, dass ich fragen durfte, um dies festzustellen.




... bei der Frankfurter Buchmesse